Aktuell
Focus Fahrrad
Die Fahrradsammlung des MiaZ, fotografiert von Barbara Majcan geht online. Eine Einstimmung aufs „Anradln“ 2025.
Dieses „Camping“ Klapprad ist mit der genialen Duomatik von Fichtel und Sachs ausgestattet. Die Gänge werden durch kurzes Zurücktreten gewechselt. Josef „Pepi“ Resnik präsentiert uns dieses tolle Museumssammlungsstück der Marke Puch. Mit seinen 95 Jahren ist er der drittälteste Radkersburger. Privat ist er auch mit einem Minirad unterwegs, das Radfahren hält ihn fit. Dass das Fahrrad Teil unserer Sammlung ist, verdanken wir Elisabeth Gollmann, die es 1965 als Firmungsgeschenk erhielt. Sie erfreute sich viele Jahre daran, erwarb später ein größeres Fahrrad und übergab 2023 das „Puch Camping“ dem Museum als Schenkung.
Ende der 1970er Jahre kamen zahlreiche Leichtlauf- und Rennsporträder der Marke Puch auf den Markt. Dieses von Lisa Straschek präsentierte schnittige Fahrrad stammt aus der Supersprint PLUS Serie. Für die angehende Sportlehrerin genau das richtige Modell. Dieses tolle Stück kam als Schenkung von Dr. Elke Karobath Baum in die Museumssammlung. Ihre Nichte Nicole ging in den 1980er Jahren in die Hotelfachschule in Wien und besuchte damals mit ihrer Tante jedes Wochenende die „Prettner“ Verwandten in Radkersburg. Das Fahrrad, das ursprünglich Nicoles Bruder Michael gehörte, nahm sie alsbald in Beschlag. Der originale Lenker wurde durch einen gebogenen Rennlenker ersetzt, so konnte das beliebte Ausflugsziel Klöch schneller erreicht werden.
Das Camping Rad der Marke Puch kam in den 1960er Jahren auf den Markt, ab den 1976er Jahren ging es auch in den Export. Es war in den Farben Weiß, Rot, Blau, Anthrazit und Grün-Grau zu haben. Das „Minirad“ wurde vor dem Hintergrund des Autobooms als „ideales Autofahrrad – passend für jeden Kofferraum“ beworben. Der Namensgeber der Marke, Johann Puch, auch Janez Puh, wurde 1862 in Sakušak bei Juršinci geboren. Heute liegt der Ort in Slowenien und ist nur 18 km von Očeslavci entfernt woher Museumsmitarbeiterin Mateja Močnik Nedok stammt. Die Präsentation des blauen „Puch Camping“ weckt Erinnerungen an ihre Jugend. Sie selbst besaß das slowenische Pendant – ein rotes Minirad der Marke Rog.
Das „Steyr Waffenrad“ wurde ursprünglich in der Österreichischen Waffenfabriks-Gesellschaft in Steyr hergestellt. 1934 fusionierte Puch mit Steyr und wurde zur Steyr-Daimler-Puch AG. Im folgenden Jahr wurde die gesamte Fahrradproduktion von Steyr nach Graz verlegt. Dieses „Steyr“ Modell wird vom Sozialarbeiter und Lehrenden der FH Joanneum Graz, Heimo Hirschmann, präsentiert. Das Fahrrad war ursprünglich im Besitz des ehemaligen Bürgermeisters der Gemeinde Radkersburg Umgebung, Franz Potzer aus Hummersdorf, der das Fahrzeug im Zuge der Sonderausstellung über sein Heimatdorf dem Museum schenkte. Die Amtsführung eines Bürgermeisters beinhaltet auch eine gute Portion Sozialarbeit.
Das Puch Jungmeister kam 1953 auf den Markt. Der Name des Modells war eine Anspielung auf den österreichischen Meister der Jugendklasse Karl Cerkovniks. Das Rad kommt allerdings in seiner Ausführung eher gemütlich und alltagstauglich daher. Genau das richtige Modell für die 85 jährige Berta Vreca. Sie pfeift auf schlechtes Wetter, denn für sie gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Bekleidung. Berta fährt von Montag bis Samstag mit dem Fahrrad in ihr kleines Geschäft in die Altstadt von Bad Radkersburg, so kommt sie pro Tag auf rund vier Kilometer. Die Effekte: Regelmäßiges Fitnessprogramm gratis, umweltschonend und keine Suche nach einem Parkplatz. Wie schön, dass der gesamte Einkauf auch noch auf das Fahrrad passt!
Das grüne Puch Clubman in der Herrenausführung war Teil der Leichtlaufräderlinie von Puch. Der Katalog des Jahres 1978 verzeichnete „107 Modelle und Farbausführungen“. Mit elegantem Schwung steigt David Dresler auf das ehemalige Dienstfahrzeug von Walter Weissenbacher, der einst Geschäftsführer des städtischen E-Werks war. Die perfekte Beinhaltung kommt nicht von ungefähr, David muss auch in seinem Job seine Beine, Arme und Hände unter Kontrolle haben. Als Drummer in mehreren Formationen unterwegs, ist er mittlerweile auch Lehrer an der Mittelschule Bad Radkersburg. Mit zusätzlichem Soloprojekt und genialen DJ Auftritten ist da wenig Zeit fürs „Fernsehschlofn“. Ach ja, und Strom ist bei all diesen Aktivitäten natürlich enorm wichtig.
Tag des Gedenkens
Heute ist der Internationale Holocaust-Gedenktag. Vor genau 80 Jahren wurde das KZ Auschwitz befreit. Aus diesem Anlass möchten wir auch an das Schicksal der Radkersburger jüdischen Familie Neumann erinnern:
1988 bat Bürgermeister Alfred Merlini seinen in Rom lebenden Jugendfreund Ferry Neumann, die Verfolgung seiner Familie durch die nationalsozialistischen Machthaber niederzuschreiben. Seine Erinnerungen veränderten nicht nur festgefahrene Sichtweisen, sondern beleuchteten auch einen der dunkelsten Abschnitte der Radkersburger Geschichte. Sie geben uns ein warnendes Beispiel dafür, wie schnell Menschen bereit sind, sich an Verbrechen zu beteiligen oder sie zumindest zu tolerieren. Im Bewusstsein der Verantwortung ließ der Gemeinderat der Stadtgemeinde Bad Radkersburg 2014 am Rathaus eine Gedenktafel für die jüdische Familie Neumann anbringen.
Einen Großteil seiner historischen Forschung widmete der Historiker Dr. Hermann Kurahs der jüdischen Bevölkerung von Radkersburg vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Sein besonderes Anliegen war es, die Erinnerung an Alfred Merlinis Jugendfreund Ferry Neumann wach zu halten.

„Wenn das Vergangene für immer vorüber wäre und das Bewältigte oder wenigstens Überstandene ein für allemal erledigt, dann erst, vielleicht dann erst wäre die Geschichtswissenschaft bedeutungslos und den Museen bliebe nur mehr ihr nostalgische Ästhetik. Doch das Zurückgebliebene scheint uns fortwährend zu überholen, um immer wieder in wechselnder Verkleidung seinen Tribut zu fordern von denen, die nichts aus der Geschichte lernen.“ (Zitat von Herms Fritz, angebracht über dem Handlauf im Stiegenhaus des Museums im alten Zeughaus Bad Radkersburg)
Antenne Flusslandschaft

Die „Antenne Flusslandschaft“ ist eine Außenstelle des „Museums im alten Zeughaus Bad Radkersburg“ und wurde überarbeitet sowie neu gestaltet. Neun Themensäulen entlang eines Lehrpfades vermitteln die facettenreiche Geschichte der Mur. Über einen QR Code sind die Inhalte auch in slowenischer Sprache verfügbar. Ein Folder sowie unsere Homepage liefern Informationen über Route und Stationen.
Volkskulturpreis des Landes Steiermark 2023

Seit 3. April ist nun offiziell bekannt: Das„Dörferprojekt“ des Museums im alten Zeughaus der Stadtgemeinde Bad Radkersburg hat den diesjährigen Volkskulturpreis des Landes Steiermark erhalten. Dies ist eine große Ehre. Der Preis wird für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Volkskultur vergeben. Die Zuerkennung erfolgt auf einen ungeteilten Vorschlag der Jury.
Wir bedanken uns nicht nur für diese Anerkennung unserer Arbeit und die zahlreichen Gratulationen, sondern auch bei den Menschen, die maßgeblich an der Verwirklichung des Projektes beteiligt waren und sind. Besonders gedankt sei dem Bad Radkersburger Historiker Dr. Hermann Kurahs, der sich in den vergangenen Jahren ganz der Erforschung der Geschichte der neun Radkersburger Dörfer widmete.
Wir freuen uns!
Aktuelle Ausstellung "Nachrichten aus Goritz" (hier klicken).
„Wer bist du Steiermark?“
Im Rahmen des Projekts „Wer bist du Steiermark?“ besuchten uns vergangenen Samstag Barbara Schönhart vom Museumsforum Steiermark und Film- und Kameramann Thomas Caks. Bei den Dreharbeiten wurde ein Blick ins Museum geworfen und unser „Gewinnerobjekt“, der Grenzbalken, vorgestellt. Herzlichen Dank für den feinen Vormittag! Wir freuen uns schon auf das Resultat und sind neugierig auf die Beiträge aus den anderen steirischen Museen.
Mehr dazu (hier klicken)
Eine kleine Alternative für alle, die Fußballliebhaber sind, aber dieses Mal die Spiele nicht verfolgen.
„Herr Präsident, willkommen in Radkersburg“
Die Stadt Bad Radkersburg durfte in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche österreichische Bundespräsidenten begrüßen. Bis zur Bundespräsidentenwahl am kommenden Sonntag zeigen wir Fotografien, die diese besonderen Ereignisse dokumentieren.






Der Künstler ist gefunden, sein Werk jedoch verschwunden!
Vor einigen Tagen posteten wir einen Aufruf. Wir waren auf der Suche nach dem Künstler, der am Murufer seine in Sandstein gehauenen Werke hinterließ: Ein Kopf des Weingottes Bacchus, eine Hand mit Friedenstaube sowie der Schriftzug „no war“. Es dauerte nicht lange bis zur ersten Begegnung mit dem Urheber dieser schönen Stücke. Es stellte sich heraus, dass dieser knapp vor dem Ende seines Aufenthaltes in Bad Radkersburg stand und in seiner freien Zeit seiner Profession nachgegangen war. Er freute sich darüber, den gut zu bearbeitenden Sandstein vorgefunden zu haben, kaufte sich Werkzeug und machte sich an die Arbeit. Den Stein mit der sehr aktuellen Botschaft „no war“ brachte er zum Sowjetischen Kriegerdenkmal auf dem Grazertorplatz. Nach Gesprächen mit dem freischaffenden Bildhauer und Maler Reinhard Simbürger war er sofort bereit, den Kopf des römischen Gottes des Weines dem Museum zu schenken und wollte ihn am Tag seiner Abreise persönlich bei uns vorbeibringen, was uns unheimlich freute. Allerdings wurden beide Kunstwerke in der Nacht von 7. auf den 8. März von einer unbekannten Person entfernt.
Es ist nicht in Ordnung, Objekte, auch wenn sie nicht gesichert sind, aus dem öffentlichen Raum zu entfernen. In diesem Fall waren die Stücke sogar sehr schwer und es bedurfte eines geplanten Vorgehens, diese zu transportieren. Anstatt für die Allgemeinheit sind diese schönen Werke einigen wenigen vorbehalten, und es ist schwer vorstellbar, dass daran Freude empfunden wird. Es ist auch nicht denkbar, dass diese Person mit ruhigem Gewissen handelte, denn die Aktion wurde bei Nacht und Nebel durchgeführt. Reinhard Simbürger, der bei seiner Arbeit sicherlich beobachtet wurde, wäre zumindest gerne gefragt worden. Den Stein mit der Friedenstaube hätte er gerne nach Tamsweg mit nach Hause genommen.
Heute hätten wir an dieser Stelle ein neues Museumsobjekt präsentiert, mit einer schönen Geschichte dahinter. Das Motiv passt ja auch so wunderbar in unsere Region. Es würde der Öffentlichkeit gehören. Auch wenn der Verlust ärgerlich ist, der Kontakt zu Reinhard Simbürger ist hergestellt. Fotos sowie ein kurzes Video hat er uns zur Verfügung gestellt. Vielleicht gelangen die Stücke ja wieder an den Ort zurück wo sie hingehören, wir freuen uns über Hinweise zum Verbleib der Objekte!
Sicher ist aber, dass Reinhard Simbürger, der übrigens auch Musiker ist, nicht zum letzten Mal in Bad Radkersburg war, und mit viel Glück gibt es dann auch einen Bildhauerei Workshop, an dem auch die Person, die sich im Besitz der Objekte wähnt, teilnehmen darf um zu sehen, welch Fertigkeit und Zeit es braucht, um solch ein beeindruckendes Kunstwerk herzustellen.